SSG-Herren empfangen den HC Deggendorf – Oberliga-Damen bestreiten Heimspiel gegen Tabellenführer Schwabkirchen – Herrenreserve tritt zuhause gegen Waldkraiburg an


Er ist eben ein vorbildlicher Sportsmann vom Scheitel bis zur Sohle: „Zu unserem Geburtstag soll es ein faires Lokalderby als Werbung für unseren schönen Handballsport geben,“ so wünscht es sich SSG-Mitbegründer Georg Noll auf die Frage, wer denn wohl beim Match am kommenden Samstag ab 17 Uhr in der St. Benedikt-Sporthalle zwischen den Klosterern und dem HC Deggendorf die Nase vorn habe. Danach um 19 Uhr versuchen die Mettener Oberliga-Damen ihren Aufwärtstrend gegen Tabellenführer HSG Schwabkirchen fortzusetzen.

In der Handball-Bezirksoberliga mit einer Ausdehnung vom Bayerischen Wald bis vor die Tore Münchens ist das Deggendorfer Land mit der SSG Metten auf Platz drei und dem fünftplatzierten HC derzeit bestens vertreten. Die Kreisstädter haben zuletzt eine eindrucksvolle Serie von fünf Siegen aufgelegt, darunter ein unerwartet klarer Auswärtstriumph über Titelanwärter TV Altötting. Vom Sprengel her betrachtet, ist der 2015 gegründete Deggendorfer Klub aus der 36.000-Einwohner-Kommune samt Hochschule der Goliath gegenüber der Schulsportgemeinschaft.

 

Das Klosterdorf zählt etwas mehr als 4.000-Seelen. Was offenbar wenig Aussagekraft hat:„Der TV Großwallstadt beispielsweise“, so gibt SSG- Recke Rudi Achatz zu bedenken, „ist mehrfacher deutscher und internationaler Meister und kommt sogar aus einem noch kleineren Dorf als Metten.“


Einige der HC-Leistungsträger wie Laurin Roth, Jakob Stubhahn, Tom Aigner oder Torwart Denis Detlaf entstammen dem vielfach ausgezeichneten Talentschuppen der Klosterer. Georg Noll, der vor über 40 Jahren noch als Jugendabteilungsleiter des HC-Vorgängers SpVgg Deggendorf fast den kompletten Nachwuchs der Spielvereinigung (später Grünweiß Deggendorf ) mit nach Metten brachte, gewinnt der jüngsten Wanderungsbewegung nur gute Seiten ab: „Wenn die Arbeit unserer vielen qualifizierten und engagierten Trainer und Betreuer derart Früchte trägt und der Handballsport in Niederbayern auf diese Weise vorankommt, können wir uns doch nur freuen.“


So wird es am Samstag auch Erwin Stubhahn ergehen, der kürzlich für seine 40-jährige Mitgliedschaft bei der SSG geehrt wurde. Sein Enkel Jakob, derzeit Goalgetter des HC, könnte die zwei Herzen in Opa’s Brust ab 17 Uhr ordentlich in Bewegung halten. Für schwache Nerven ist das Derby sowieso nichts.Deggendorf wird nämlich alles daran setzen, die Schmach der knappen 16:18 (7:7)-Heimniederlage gegen Metten in der Vorrunde vergessen zu machen. Trainer Václav Hajsman und sein Co Kai-Uwe Herrlich, übrigens auch ein SSG-Gewächs, können vermutlich die derzeit beste Formation in der St. Benedikt-Sporthalle auflaufen lassen.


Mettens Trainergespann Manuel Schwab und Sebastian Klima hat die Mannschaft nach der unglücklichen Niederlage bei Tabellenführer HSGFreising-Neufahrn moralisch wieder aufgerichtet – unter besonderem Hinweis auf die in Freising vorzüglich gespielte 2. Halbzeit. Coach Klima: „Wenn es uns gelingt, einen derartigen Druck aufzubauen und gleichzeitig den Mettener Riegel konsequent immer wieder vorzuschieben, dann gibt’s ein schönes Derby zum Jubiläum.“


Die SSG wird in Bestbesetzung antreten. „Bei den Angeschlagenen wird dieses Spiel ganz besondere Selbstheilungskräfte in Gang bringen,“ ist sich Trainer-Kollege Schwab sicher. SSG-Vater Georg Noll jedoch hat wie auch Freund und Mitbegründer Pater Eberhard Lorenz schon vorher abgesagt. „Ich muss Rücksicht auf mein Herz und meine Nerven nehmen, die Hochspannung halt‘ ich nicht aus.“ Noll und Bayerns Handball-Pater haben aber diese Botschaft parat: „Die Mannschaft soll wissen, dass wir in Gedanken ganz fest bei ihr sind.“
Von dem Derby-Hype hoffen die Oberliga-Damen der SSG anschließend um 19 Uhr noch zu profitieren. Zu Gast ist der Tabellenführer HSG Schwabkirchen, der Metten in der Vorrunde mit 30:25 abgefertigt hatte. Die Truppe von Chefanweiser Klaus Töpl hat nach dem überzeugenden Sieg über die stark auftrumpfende SpVgg Altenerding wieder reichlich Selbstbewußtsein getankt und will gegen die Oberbayerinnen aus dem Landkreis Dachau auf der Erfolgsspur bleiben. Trainerfuchs Töpl hat vor allem seine Abwehrreihe bis in die Haarspitzen motiviert. „Auf unsere Defensive ist eigentlich immer schon Verlass gewesen, bis auf das eine oder andere gschlamperte Spiel, “ meint der Coach listig.


Mettens Offensive wiederum profitiert derzeit von der guten Form der Angriffsreihe. Insbesondere Alexandra Venus und Manuela Staudinger können momentan an einem guten Tag auch ein Top-Spiel wie gegen Schwabkirchen alleine entscheiden. Im Vorspiel zum Lokalderby empfängt die Herren-Reserve um15 Uhr die 2. Mannschaft des VfL Waldkraiburg und will nach zuletzt fünf Niederlagen wieder einmal zu einem Erfolgserlebnis kommen. Die Zeichen stehen günstig: Die Truppe um Spielertrainer Patrick Gaube ist fit und vollzählig und will an den klaren 30:18-Auswärtserfolg in der Hinrunde anknüpfen. Zwei Jugendspiele stehen noch an: Die B-Juniorinnen unter dem Trainer-Gespann Martin Blüml und Elena Joachim spielen am Samstag um 14 Uhr als verlustpunktfreie Tabellenführer der bezirksübergreifenden Bezirksliga bei der SG Rohr-Pavelsbach in der Oberpfalz. Ebenfalls auf Reisen geht die männliche E-Jugend unter ihren Trainern Rudi Achatz und Sigi Klein. Am Samstag ist ab 12.30 Uhr Punktspiel-Turniertag in Bad Kötzting.

40 Jahre SSG Metten

Schonen ihre Nerven: Während Suzanne Noll (3. von links), Franz Kreupl (2.v.l.), Erwin Stubhahn (4.v.l. und Opa von HC-Spieler Jakob Stubhahn, Franz Vogl (3.v.rechts) und Martin Blüml (rechts) am Samstag dem Derby sicherlich beiwohnen werden, meiden die SSG-Gründer Georg Noll (links) und Pater Eberhard Lorenz (2.v.r.) aus Rücksicht auf ihre Gesundheit den Hexenkessel in der St. Benedikt-Sporthalle. Unser Bild entstand während der Ehrung für 40 Jahre Mitgliedschaft bei der SSG Metten.