Am Samstag kommt es zu dem lang erwarteten Oberliga-Duell zwischen den Handballern des HC Deggendorf und der SSG Metten – Damen wollen beim Tabellenführer punkten – Herren-Reserve reist zum VfL Waldkraiburg

Lange hatten die Handballfans im Deggendorfer Land auf diesen Tag gewartet, jetzt ist es so weit: Am kommenden Samstag um 17.30 Uhr treten die Cracks der SSG Metten und des HC Deggendorf in der Kreisstadt zu einem vielleicht denkwürdigen Derby gegeneinander an. Einen ähnlich schwere Aufgabe wartet am gleichen Tag auf die bisher ungeschlagenen Oberliga-Damen beim Tabellenführer HSG Schwabkirchen im Kreis Dachau. Ebenfalls samstags muss die Herren-Reserve zum VfL Waldkraiburg II. Alle SSG-Jugendmannschaften, bis auf die Jüngsten, haben spielfrei.

 

Zumindest von ihrer Entstehungsgeschichte her eng verzahnt sind die SSG und der HC, der sich 2015 von der SpVgg Grün-Weiß Deggendorf abgespalten hatte. Gemeinsamkeiten haben beide Handballklubs sowieso. So besteht eine tiefe Verbindung zu zwei großen Männern des Handballsports in Bayern: Pater Eberhard Lorenz und Georg Noll. Der Benediktiner-Mönch setzte 1978 Handball als wichtigste Mannschaftssportart in Internat und Gymnasium der Abtei St. Michael zu Metten durch. Der Mettener Hauptschullehrer wiederum, der mit der damaligen SpVgg Deggendorf die erste und einzige Landesliga-Saison spielte, hatte zuvor die dortige Jugendabteilung auf die Beine gestellt. Die beiden waren lange schon befreundet und als ihr Lieblingssport im Kloster etabliert war, gründeten sie zusammen mit Lehrern und Internatsschülern die Schulsportgemeinschaft SSG Metten. Noll brachte fast die komplette SpVgg-Jugendabteilung mit und Pater Eberhard überzeugte Abt und Konvent davon, auf klösterlichem Grund rasch eine Halle mit internationalen Maßen zu bauen.

Die SSG stieg danach in Handball-Bayern mit Jugendmannschaften und zuletzt mit dem Seniorenteam kometenhaft bis in die vierten Liga auf, während Deggendorf zwischen Bezirksklasse und Bezirksliga hin- und herpendelte. Danach trafen die Klosterer-Reserve und die Kreisstädter ab und zu bei Punktspielen aufeinander. Recht viel mehr an Gemeinsamkeiten gab es nicht.

Als der altgediente Handball-Funktionär Karl Ebner mit den Seinen dann vor drei Jahren die SpVgg Grün-Weiß Deggendorf im Zorn verließ und den HC aus der Taufe hob, brachen bessere Zeiten für den rasanten Sport in der Kreisstadt an. Pater Eberhard: „Die haben wirklich gute Arbeit geleistet.“Zudem fügte es sich, dass Spieler mit solider handballerischer Grundausbildung, erworben bei der SSG, gleich in Mannschaftsstärke zum HC wechselten und zusammen mit dortigen Stammkräften bis heute eine spielstarke Mannschaft bilden.

Bis High Noon, beziehungsweise 17.30 Uhr am 03. November 2018 dauerte es drei Jahre und zwei komplette Punktspielrunden mit jeweiligem beidseitigem Ab- und Aufstieg. Nach langer und bewegter Geschichte stehen sich jetzt die Kontrahenten aus der Stadt und aus dem Landkreis endlich gegenüber. Die SSG bietet personell das Beste auf, was momentan zu haben ist. Feststeht, dass es zu einem emotional hochtemperierten Samstag-Spätnachmittag mit übervollem Haus in der Sporthalle des Comenius-Gymnasiums kommen wird. Die beiden weisen Männer des Handballs im Deggendorfer Land hoffen mit den Fans, „dass es eine Werbung für unseren Sport werden wird und der Handball in der Region wieder stärker in den Fokus rückt,“ so Noll gegenüber der SSG-Redaktion. Pater Eberhard Lorenz wird um 17.30 Uhr beim Chorgebet in der Mettener Abtei sein. Georg Noll bleibt lieber zuhause, weil Herz und Nerven Schonung brauchen.

Ähnlich spannend wird es bei einem anderen Spitzenmatch mit SSG-Beteiligung werden: Mettens Damen treffen im Topspiel der Oberliga am Samstag um 18.30 Uhr auswärts auf Tabellenführer HSG Schwabkirchen. Beide Teams sind noch ungeschlagen und haben seit Saisonbeginn einen Superlauf hingelegt. Chefanweiser Klaus Töpl konnte sich zuletzt über eine bestens organisierte Defensive und einen extrem torgefährlichen Angriff freuen. Wie Kollege und Herrencoach Walter Steininger setzt Töpl auf das Gesetz der Erfolgsserie, will heißen: Auch gegen favorisierte Gegner mit Heimvorteil könnte sich Metten dank seiner wieder aktivierten spielerischen Mittel durchsetzen.

Auf Erfolgskurs ist auch die Herren-Reserve unter Spielertrainer Patrick Gaube. Nach dem Heimsieg gegen die TG Landshut will das Team aus jungen Talenten und junggebliebenen Routiniers diesmal bei der Reserve des VfL Waldkraiburg punkten. Anpfiff in Oberbayern ist am Samstag um 18 Uhr.

Als einzige Jugendmannschaft sind die Jüngsten im Einsatz. Bereits ab 10.00 Uhr spielen die gemischten Minis beim HC Deggendorf ihr 2. Turnier der Saison.