Niederbayern-Rekord: 18 Teams zur Saison 2026/ 2027 – Neuaufbau bei den 1. Herren – Damen 1 vor Oberliga-Start
Auch Großstadt-Klubs in Bayern, die den Handballsport pflegen, könnten neidisch werden: Mit der Rekordzahl von 18 Teams startet die SSG Metten ab dem 20 September in die Spielzeit 2026/2027, einige davon sogar höherklassig. Und zur besonderen Freude der Fans haben die Herren 1 in der Bezirksliga Ost gleich zwei Lokalderbys auf dem Zettel, während die 1. Damen nach dem Wiederaufstieg in die Bezirksoberliga auf Sieg gepolt sind
In der Rekordhitze des niederbayerischen Sommers hat Cheftrainer Florian „Flo“ Sedlmeier mit den Seinen im Schweiße ihrer Angesichter dreimal die Woche ausgiebig trainiert. Auf das traditionelle Trainingslager im böhmischen Pilsen wurde dabei ebenso wenig verzichtet wie auf die Serie von Testspielen. Gegner waren hier unter anderem der ESV Regensburg, der ETSV Landshut 09 und weitere alte Bekannte im Rahmen eines Turniers beim ASV 1863 Cham.
Der Coach nutzte die Vorbereitungszeit vor allem für den nach dem Oberliga-Abstieg erforderlichen Neuaufbau des Teams. Bekanntlich hatten langjährige Stammspieler, so Sebastian „Air“ Klima, Jan „Honza“ Matoušik, Hias und Matthies Elgeti sowie Mane Schwab, ihre Karrieren beendet oder mussten verletzt aufgeben. Ein wichtiger Leistungsträger aber hält Metten zur Freude seiner Mannschaftskameraden und seiner vielen Fans die Treue: Karel Květoň vertritt im Team weiterhin die böhmischen Farben.
Zusätzlich rücken aus dem gut bestückten Mettener Talentstadl erprobte Nachwuchskräfte wie Tim Weinberger, Leonard Reiszky und Sebastian Schreder ins Team nach. Außerdem hat sich eine Reihe von Akteuren aus der 2. Mannschaft im Verlauf der Vorbereitung für das Bezirksliga-Team empfohlen, darunter Tobias Rümmelein und Andreas Hundshammer.
Übungsleiter Flo Sedlmeier kann zudem auf das ergiebige Personal-Reservoir der männlichen A-Jugend zurückgreifen: „ Die Junioren, die heuer Oberliga spielen, sollen langsam an die Mannschaft herangeführt werden.“ Ein Neuzugang aus der Landeshauptstadt ergänzt laut Sedlmeier den Seniorenbereich: „Matthias Stoverock kommt vom Postsportverein PSV München in seine neue Heimat nach Metten.“
Das Saisonziel für die Klosterer wurde von der Vereinsspitze schon kurz nach dem Abgang in die Bezirksliga Ost (BL) ausgegeben: Der Wiederaufstieg in die Oberliga als Meister ist ein Muss, auch wenn für Sedlmeier manch ein Gegner in der BL „ein unbeschriebenes Blatt“ sei. Jetzt trotz der Kürze der Zeit eine schlagkräftige Truppe zu formen, hält man in Metten auch angesichts der Breite des Kaders für durchaus machbar. Der Chefcoach ist zuversichtlich: „Das Team beeindruckt durch mannschaftliche Geschlossenheit, hat eine ganze Reihe taktischer Vorgaben so gut wie verinnerlicht und außerdem das Tempospiel weiter forciert.“
Es höre sich simpel an, sei aber gerade heute wichtiger denn je, meint SSG-Präsident Adi Helmprecht: „Die Spitze im Sport braucht die Breite in den Vereinen. Dafür stehen die Ehrenamtlichen mit ihrem unschätzbaren Einsatz.“ Bezogen auf die SSG hat das dazu geführt, dass der Klosterverein bei der Jugendarbeit in Bayern weiterhin beispielgebend ist. Insgesamt 14 Nachwuchsteams mit über 300 Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren bringt die im Verhältnis zu Großstadtklubs eher kleine SSG in der Saison 2026/2027 an den Start. Sechs Teams sind nach den anspruchsvollen Qualifikationsrunden im Frühjahr nun in höherklassige Ligen vertreten, darunter die B-Juniorinnen sogar in der Regionalliga.
Präse Helmprecht hofft, dass die Gesellschaft ebenso wie die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft dieses Engagement der Sportvereine nicht nur anerkennen, sondern auch tatkräftig fördern. Ein erster Schritt in diese Richtung seien regelmäßige Besuche der Spiele der jungen und junggebliebenen Mettener Handballer in der St. Benedikt-Sporthalle auf dem Klostergelände,empfiehlt Adi Helmprecht.