1. MannschaftWegen Pandemie kaum Austritte und die Stimmung ist gut – 1. Herren verlieren sieben Stammspieler
Nach einer kleinen Ewigkeit dürfen die HandballerInnen im Klosterdorf das Spielgerät erneut fliegen lassen. In Vorbereitung auf die neue Saison fließt in der St. Benedikt-Sporthalle bei Minis bis zu den Senioren wieder reichlich Schweiß unter genauer Beachtung eines amtlich abgesegneten Hygienekonzepts.Und: Entgegen allen Befürchtungen haben SSG-Präsident Adi Helmprecht und technischer Leiter Martin Blüml eine besonders gute Nachricht parat: „In der harten Zeit der Pandemie gab es kaum Austritte, die Stimmung im Verein ist sehr gut und alle Trainer, Betreuer und Helfer sind an Bord geblieben.“ Allerdings: Unabhängig von Corona verlieren die 1. Herren eine komplette Bank von Stammspielern.

Derzeit sehnen die Klosterer jeden Alters die Wettkampfzeit herbei, die im Oktober beginnen wird, vorausgesetzt, die befürchtete vierte Welle mit hohen Inzidenzzahlen bleibt aus. Trotz aller Sorge überwiegt in Metten die Freude über den Handball, der wieder rollen soll. Martin Blüml: „Beim Nachwuchs und bei den Erwachsenen haben wir gemerkt, wie sehr sie sich auf den Wiedereinstieg gefreut haben.“ Bei allen Teams sei der Trainingsbetrieb trotz der penibel einzuhaltenden Hygienevorschriften wirklich gut. Auch die vielen Eltern seien erleichtert. Laut Blüml wirkt das Handballprogramm der SSG für den Nachwuchs „wie ein Befreiungsschlag.“ Blüml und sein Präse Helmprecht sind sich überdies einig: „Die Pandemie hat unseren Verein in keinster Weise geschwächt. Im Gegenteil: Noch mehr zusammengeschweißt.“ Es sei nur zu hoffen, dass die kommende Saison auch durchgespielt werden könne.Sollte noch so ein Jahr folgen, könnten die Folgen wirklich schwerwiegend sein, gibt der technische Leiter zu Bedenken.

 

Doch auf die allgemeine Vorfreude in Metten fällt auch ziemlich viel Schatten. Die Bezirksoberliga-Mannschaft der Herren, neben den Oberliga-Damen das Aushängeschild der Klosterer, muss unabhängig von der Pandemie einen gewaltigen, noch nie dagewesenen Aderlass hinnehmen: Ein komplettes Team, nämlich sieben Stammspieler, wird Cheftrainer Mane Schwab nicht mehr zur Verfügung stehen. Keeper Petr Foltyn und Rückraum-Filigranakteur Daniel Beyerstorfer beenden ihre Karriere, Goalgetter David Huml geht beruflich nach Unterfranken, Aufbauspieler Brian-Torben Akodo verläßt studienbedingt die Heimat, desgleichen Jungtalent Julian Pylipp sowie die weiteren Torhüter Paul Zauner und David Busch. In den Kasten stellt Schwab nun den talentierten, aber bei den Senioren noch unerfahrenen 17-jährigen Max Bürger. Und noch ist unsicher, ob die Rückraum-Kanoniere Sebastian „Air“ Klima und Michael Zisler - beide aus beruflichen Gründen - die Spielzeit über zur Verfügung stehen

Glücklicherweise hat sich mit Tomáš „Matty“ Mattas aus Pilsen ein starker Linkshänder als echte Verstärkung gefunden, so Schwab. Mattas spielte auf der Außen- und Halbposition unter anderem beim Landesligisten TSV Simbach. Auf eine Prognose für die kommende Saison will sich der Übungsleiter allerdings nicht festlegen lassen: „Die Liga wird sehr ausgeglichen sein. Das ist ganz, ganz schwer einzuschätzen, wo wir stehen werden. Vielleicht Mittelplatz ? Ich sage: Überraschungskiste !.“ Vermutlich muss er als immer noch einer der flinksten Außen der Liga zeitweise aktiv ins Geschehen eingreifen. Das zweite Herrenteam der Mettener hat der Cheftrainer notfalls als Personalreservoir zur Verfügung, vorausgesetzt, die Spielpläne erlauben es.

Mettens Oberliga-Damen hingegen werden vermutlich weitgehend unverändert in die neue Saison starten. Das Trainer-Gespann Kerstin Scheichenzuber und Sebastian Klima rechnen mit einer verläßlichen Personaldecke, zumal die SSG für die kommende Spielzeit nach letztjähriger Pause wieder ein zweites Team für die Bezirksklasse melden konnte. Und vielleicht spornt die Erinnerung an das letzte und einzige Match der vergangenen und dann wegen Corona abgebrochenen Saison an: „Nach dem 16:14-Sieg auswärts gegen die SpVgg Erdweg sind wir seither ungeschlagen“, schmunzelt Trainer Klima. Für die Damen- und Herrenteams sind als Saisonstart Samstag, der 02.10. und Sonntag, der 03.10.2021 geplant. Ein genauer Spielplan wird frühestens Mitte August vorliegen.

Als „traditionelles Glanzstück der SSG“ hebt technischer Leiter Blüml den Nachwuchsbereich der Klosterer hervor, der so gut wie keine coronabedingten Einbussen erlitten hat. Elf Teams hat der Verein dem Verband für den Mitte Oktober beginnenden Spielbetrieb gemeldet. Denn verbandsseitig gab es notgedrungen eine Neuerung: Diesmal wurde auf Qualifikationsrunden verzichtet; die Vereine konnten die jeweilige Spielklasse nach eigenem Gutdünken wählen. Dabei wird es erstmals eine enge Kooperation zwischen der SSG und dem HC Deggendorf geben: Das männliche A-Jugendteam stellen die beiden Vereine gemeinsam auf. Donauabwärts und donauaufwärts spekulieren seither jene, die beim Handball im Deggendorfer Land angeblich laut das Gras wachsen hören, dass dies eine erste Tuchfühlung in Sachen Fusion sein könnte.

 

1. Mannschaft

Einige der ehemaligen Stammspieler werden in der kommenden Saison nicht mehr dabei sein.