Die Unparteiischen bei der SSG Metten ziehen Saison-Bilanz – Das Soll an geleiteten Spielen übererfüllt
Beim Handball ruht zur Zeit das Spielgerät und auch das Pfeiferl der SchiedsrichterInnen ist verstummt. Deshalb nutzte jetzt die SSG Metten die Pause nach Punktspielsaison und Jugend-Qualifikation, um einmal Bilanz über die anspruchsvolle Arbeit der Unparteiischen im Verein zu ziehen. Angesichts der vielen SSG-Teams einerseits und der Schiedsrichter-Knappheit andererseits muss der Verein schauen, dass er auf die vom Verband geforderte Zahl an Unparteiischen kommt.
Der Bayerische Handballverband (BHV) schreibt vor, dass ein Verein ebenso viele Partien mit Unparteiischen besetzt, wie er Spiele mit Teams bestreitet. In der vergangenen Saison brachte es die Klosterer auf 164 Begegnungen mit SSG-Beteiligung, darunter auch die vielen Partien der Jugend-Qualifikation. Demgegenüber leiteten Mettener Schiris 184 Spiele, also eine Soll-Übererfüllung von 21 Matches. Vereine, die das gesetzte Soll nicht erreichen, bekommen dafür vom BHV Geldstrafen aufgebrummt.
Nicht zu vergessen sind die gegenüber anderen Teamsportarten deutlich höheren Anforderungen an Unparteiische. Handball-Schiedsrichter sind mit den wohl intensivsten und anspruchsvollsten Aufgaben in Sport und Regelwerk konfrontiert. Angesichts des immens schnellen Spiels müssen sie in Sekundenschnelle bis zu zehnmal mehr Entscheidungen treffen als im Fußball. Zudem haben sie bsagtes Spieltempo und reichlich Emotionen zu managen.
Beim schlechten Benehmen wie Spucken, Fluchen, obszöne Gesten oder anderen Beleidigungen gegenüber Schiris liegt Handball extrem weit hinter Fußball. Jedenfalls haben Mettener Unparteiische nach eigenem Bekunden sehr wenig Grund zur Klage, es sei denn, übereifrige Eltern oder Verwandte machen am Spielfeldrand manchmal ihrem Ärger über ihrer Meinung nach falsche Entscheidungen lauthals Luft.
Für die SSG Metten als kleinerer Verein ist es angesichts der Schiedsrichterknappheit auch im Handballsport ziemlich herausfordernd, den BHV-Vorgaben zu entsprechen. Allein die hochgelobte Jugendarbeit der Klosterer mit insgesamt 13 Nachwuchsteams – allein im weiblichen und männlichen D-Jugendbereich sogar mit Doppelbesetzung - fordert Tribut an Personal. Die SSG löste nach heißen wie konstruktiven Debatten mit Schiedsrichtern, Jugendleitung und Vorstandschaft vor Saisonbeginn diese schwere Aufgabe, so technischer Leiter Martin „Moartl“ Blüml. „Aber auf der Platte mussten es natürlich unsere Schiris richten und das hat Schiedsrichterwart Gaube Patrick zusammen mit seinen Kollegen glänzend hinbekommen.“
Am fleißigsten ist bei den Mettener Unparteiischen Helmut Kellner mit dem Pfeiferl unterwegs gewesen. Bei dem hocherfahrenen 69-Jährigen mit Regionalliga-Einsätzen stehen 71 Spiele auf dem Konto, die er in der Saison 2025/2026 geleitet hat. Aber auch über die anderen SSG-Schiedsrichter ist Vorstands-Vize Blüml voll des Lobes. „Sie sind zusätzlich noch im Verein eingespannt und sind als Bereichsleiter, Trainer und Spieler in Funktion.“ So spielt die 18jährige Anna Maria Erl noch bei den A-Juniorinnen und im Team der 1. Damen. Das gleiche Dreifach-Pensum als Aktive erfüllt die gleichaltrige Franziska Stadler. Joachim Lennox ist ebenfalls erst 18 Jahre alt und ebenso gefragt als Schiedsrichter wie auch als Spieler bei den A-Junioren und bei den 1. Herren. Stefan Kraus wiederum steht bei den 1. Herren im Kasten und ist Trainer bei den Minis. Florian „Flo“ Sedlmeier Florian amtiert zugleich als Herrentrainer und als Jugendleiter. Elena Joachim, ehedem Cheftrainerin bei den 1. Damen tritt in der kommenden Saison etwas kürzer, bleibt der SSG aber als Unparteiische erhalten.
Patrick Gaube hat bei der SSG Metten eine lange Karriere als Jugend- und Seniorenspieler hinter sich und koordiniert als Schiedsrichterwart im Verein alles, was diesen Themenbereich angeht. Sein Multi-Talent stellt der Mettener außerdem als Grillmeister beim Maifest, Versteigerer bei der Weihnachtsfeier und als Hallensprecher unter Beweis und erhöht – wenn er mal nicht pfeift – dabei die Stimmung bei den Spielen auf ein Maximum.

Die Garde der Unparteiischen bei den SSG-Handballern: (Im Bild von links nach rechts): Lennox Joachim, Anna Maria Erl, Helmut Kellner, Stefan Kraus, Patrick Gaube und Franziska Stadler (es fehlen Florian „Flo“ Sedlmeier und Elena Joachim).
Foto. SSG Metten