SSG in Vorbereitung auf Saison 2026/2027– Damen wieder in der Bezirksoberliga (BOL) – Herren planen nur eine Bezirksliga-Saison

LogoDie Handball-Damen der SSG haben’s vorgemacht, die Herren des Klostervereins sind wild entschlossen, Gleiches zu tun: kurz mal absteigen und schnell wieder retour in die Bezirksoberliga (BOL). Ob „der große Wurf“, so SSG-Präse Adi Helmprecht, wirklich gelingt, ist noch offen. Die Vorbereitungen für die nächste Saison laufen jedenfalls auf breiter Front. Aber: Es gibt auch schmerzliche Abschiede.

 

Kurz nach dem unnötigen Abstieg der Damen aus der Bezirksoberliga hatten die Verantwortlichen bei der SSG Metten noch hinter vorgehaltener Hand vom sofortigen Wiederaufstieg gesprochen. Das änderte sich rasch, nachdem unter dem Cheftrainergespann Elena Joachim und Robert Kraus der Siegeszug der Klosterinnen durch die Bezirksliga seinen Lauf nahm.

Für die Saison 2026/2027 könnte das künftige Oberliga-Team dank der hervorragenden Nachwuchsarbeit bei der weiblichen Jugend weiterhin auf zahlreiche Talente aus dem A- und B-Juniorinnenbereich zurückgreifen. Sollten aber die Qualifikationsrunden für die Regional- und Oberliga erfolgreich abgeschlossen werden (was anzunehmen ist), drohen personelle Engpässe. Trainer Rudi Achatz betreibt zusammen mit seinem Kollegen Klaus Töpl die sehr erfolgreiche Nachwuchsarbeit bei den Mettener B-Juniorinnen: Er spricht jedoch bereits „vom Fluch und Segen des Erfolges.“

An weite Wege beispielsweise ins Fränkische nach Nürnberg, Forchheim oder gar Würzburg hätten sich die Mettener Mädels schon in der vergangenen Oberliga-Saison gewöhnt. „Für den sportlichen Erfolg und nicht zuletzt für das gute Miteinander nehmen wir das gerne in Kauf,“ so Achatz, der den enormen Trainingsfleiß, die Disziplin und den Zusammenhalt seiner Schützlinge lobt.

Das kann Florian Flo Sedlmeier nur bestätigen, denn er leitet zusammen mit Alexandra Behnke den seinerzeit durch den vom Deutschen Handballbund verliehenen Vereinsjugendpreis auch bundesweit hochgelobten Jugendbereich der SSG Metten. Mittlerweile sind bis zu 30 Jugendtrainer und -betreuerInnen für die nahezu 300 Kinder und Jugendlichen tätig.

Sedlmeier ist aber auch Cheftrainer der 1.Herrenmannschaft, die vergangene Saison in die Bezirksliga absteigen musste. Der Kummer um den Abstieg war bald verflogen, als klar wurde, dass man in dieser Liga künftig sehr schöne Derbys spielen kann: Zu einem der traditionelle Zweikampf mit dem Erzrivalen HC Deggendorf, der als Meister der Bezirksliga auf den Aufstieg in die BOL verzichtet hatte.

Tatsächlich aber hatte der HC den Schritt mit Personalproblemen begründet. Und dann wird es künftig auch noch Derbys mit der HSG Bayerwald geben, einer Spielgemeinschaft aus Regener und Zwieseler Vereinen. Die HSG war letzte Saison Meister der Bezirksklasse Ost geworden und knapp vor der SSG-Herrenreserve aufgestiegen.

Es flossen aber auch reichlich Tränen bei den Klosterern und ihren Fans. Denn einige Größen des SSG-Handballs hatten ihre Karrieren mit Saisonschluss beendet: Der tschechische Publikumsliebling Jan „Honza“ Matoušik hört das Handballspielen wegen Familie und Beruf auf. Ihn wird das Mettener Publikum ebenso vermissen wie Matthies Elgeti, für den verletzungsbedingt die Zeit als Handballer vorbei ist. Und auch das Karriereende von SSG-Urgestein Mane Schwab schmerzt die Fan-Gemeinde.

Die gute Nachricht ist, dass der Mane dem Verein als erfolgreicher Trainer der männlichen Jugend erhalten bleibt. Und schließlich hat Keeper Maxi Bürger, der aus der sehr erfolgreichen Mettener Handball-Torhüterschule der SSG kommt, dem Verein adé gesagt. Ihn ziehen Studium und Berufsausbildung hinaus in die Welt. Damit muss unser Verein leider leben“, gibt technischer Leiter Martin „Moartl“ Blüml zu bedenken. Viele Mettener HandballerInnen hätten aus diesem Gründen ihr Heimatdorf und ihren Verein verlassen müssen oder wegen Arbeitsplatzwechsel und Familiengründung keine Zeit mehr erübrigt. „Und das wird halt auch künftig so sein,“ weiß der technische Leiter.

Mettens zweiter Böhme aus Pilsen, der von den Fans gefeierte Top-Allrounder Karel Květoň, hält hingegen seinen Klosterern weiterhin die Treue. Außerdem laufen derzeit laut Vorstandsmitglied Blüml Erfolg versprechende Gespräche mit einem weiteren Pilsener. „Schon aus langer Tradition heraus gehören stets zwei Tschechen zur Mettener Mannschaft,“ so Blüml. Mit dieser Verstärkung und laut Trainer Sedlmeier mit talentierten Nachwuchskräften aus dem Jugendbereich sollte ein rascher Wiederaufstieg in die BOL möglich sein.

1. Vorsitzender Adi Helmprecht gibt sich in seinem Ausblick auf die kommende Saison grundsätzlich optimistisch. „Der SSG-Talentstadl als unser Glanzstück wird bayernweit hochgeachtet.“ Und der Seniorenbereich stehe vor einer guten Entwicklung. Die SSG-Familie ist laut Helmprecht intakt und sehr sozial orientiert. Deshalb habe auch der Handball eine Heimat in Metten. „All das verdanken wir dem Kloster St. Michael und seinem Konvent mit Abt Athanasius an der Spitze sowie unserem verstorbenen Vereinsgründer Pater Eberhard Lozenz,“ so der SSG-Chef.

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