SSG-Handballer Sieger im Kampf der alten Rivalen
VfL Waldkraiburg mit 36:24 (14:11) abgefertigt – Erstmals Blaue Karte gezeigt – Oberliga-Damen verlieren gegen Landesliga-Absteiger HC Donau/ Paar
Mit einem deutlichen 36:24 (Halbzeit 15:11)-Heimerfolg über den VfL Waldkraiburg setzten die Handball-Herren der SSG Metten ihren Siegeszug in der Bezirksliga Ost fort. Dagegen unterlagen die Oberliga-Damen vor eigenem Publikum gegen Tabellenführer HC Donau/ Paar klar mit 22:31 (HZ 14:14). Ebenfalls Niederlagen kassierten die Damen II gegen den TSV Rottenburg (26:19/ HZ 11:9) und die Herren II gegen den TV Altötting II (29:3 / HZ 16:13).
Die Klosterer als Tabellenführer waren sich der schweren Aufgabe gegen Verfolger VfL Waldkraiburg bewusst und zeigten deshalb ab Spielbeginn vor den zahlreichen Fans in der St. Benedikt-Sporthalle, wer der Herr im Haus ist. Entsprechend stand es nach gut drei Minuten gleich 3:1. Gleichzeitig setzte der SSG-Abwehrblock die Gäste mehr und mehr durch hochkonzentriertes Betonanrühren unter Druck. Andererseits hatten die Oberbayern Glück, dass Mettens Offensivreihe einige klare Torchancen liegen ließ. Der VfL blieb dadurch auf Schlagdistanz und konnte bis zur Halbzeit auf 11:15 verkürzen.
Kurz nach Wiederanpfiff gelang Waldkraiburg noch das 16:13, ehe die Hausherren die Zügel deutlich anzogen und binnen sieben Minuten auf 21:15 stellten. In der Folgezeit bewiesen die Gäste, dass sie nicht zu Unrecht Zweitplatzierte in der Bezirksliga Ost sind und kämpfen sich auf 17:23 heran. Wiederum fanden die Klosterer mit hochkonzentriertem Spiel die richtige Antwort. Kurz nach dem 32:23 durch Vincent Muhr sah der bereits „vorbestrafte“ Abwehrchef Patrik die Rote Karte und musste vom Feld. Doch knapp zwei Minuten später krönte Leonard Reiszky seinen guten Lauf mit dem siebten Treffer zum 34:24.
In der 59. Minute wurden Spieler und Publikum Zeugen einer bis dahin bei einem Spiel in der St. Benedikt-Sporthalle noch nie verhängten Bestrafung: Das Schiedsrichtergespann ahndete ein grobes Foul eines VfL-Spielers mit der selten gezogenen Blauen Karte (Info siehe Kasten). Mettens Angreifer Tim Weinberger war bei einem Sprungwurf von dem Waldkraiburger gefoult worden, wurde dabei verletzt und konnte nicht mehr weiterspielen.
Nach dreiminütiger Unterbrechung der Partie gelang Karel Květoň kurz vor Schluss noch mit zwei Treffern hintereinander der hochverdiente 36:24-Endstand. Angesichts des erwähnten Vorkommnisses zeigte sich Cheftrainer Florian „Flo“ Sedlmeier erleichtert, dass der gefoulte Tim Weinberger nicht schwerer verletzt wurde und vermutlich beim kommenden Niederbayern-Derby gegen den TSV 1861 Mainburg in der St. Benedikt-Sporthalle wieder auflaufen kann. Sedlmeier lobte überdies die „spitzenmäßige Leistung“ seiner Mannschaft, die am kommenden Samstag zuhause wieder aufzurufen sei, wenn der Rivale aus der Hopfenmetropole seine Visitenkarte abgibt.
So spielte die SSG:
Tor: Stefan Kraus, Sebastian Schreder.
Feld: Květoň, Muhr, Weinberger, Simon Kraus, L. Hilz, Graf, Reiszky, Stoverock, Rümmelein, Hundshammer, Sigl.
Die Tore warfen: Karel Květoň (5/ davon zwei verwandelte 7-Meter-Strafwürfe), Tim Weinberger (3), Matthias Stoverock (5), Simon Kraus (3/1), Vincent Muhr (2), Ludwig Hilz (4), Leonard Reiszky (7), Marvin Graf (4), Patrik Sigl (3).
Das nächste Spiel: Samstag, 24. Oktober, 17.00 Uhr, Heimspiel gegen den TSV 1861 Mainburg.
| Info-Kasten |
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Die Blaue Karte Während die Rote Karte direkt dem Spieler gegeben wird (und der Schiedsrichter auf den Spieler zeigt, der disqualifiziert wird), ist die blaue Karte als Zeichen für die Anwesenden inklusive Zuschauer gedacht. „Die blaue Karte wird daher nicht dem Spieler gezeigt, sondern am Zeitnehmertisch in Richtung der Bank des betreffenden Spielers gehalten“, so DHB-Schiedsrichterlehrwart Jürgen Rieber. Üblich sind Blaue Karten neben Handball bisher nur im Jugendfußball, Rollhockey und Quadball, einer Mischung aus Rugby, Handball und einer Art von Völkerball (gibt es seit 2005). Quelle: Wikipedia |
Es sah so gut aus: Die Torfrauen boten starke Leistungen, die Abwehr stand bombenfest und das Angriffsspiel war von der ganz feinen Art. Folge: Gegen den Favoriten HC Donau/Paar aus Ingolstadt, der fünftgrößten Kommune Bayerns, spielten die Damen aus dem Klosterdorf Metten von Spielbeginn an groß auf und lagen nach knapp 20 Minuten überraschend wie verdient mit 11:7 in Führung. Dann aber begann sich das Blatt zu wenden. Die Oberbayerinnen kamen vor allem durch schnelles Gegenstoßspiel besser in die Partie und schafften zur Halbzeit sogar noch den Ausgleich.
Beim Pausentee impfte Coach Robert Kraus seinen Schützlingen ein, nun keinesfalls nachzulassen, alle Kräfte zu mobilisieren und an die bravourösen ersten Minuten anzuknüpfen. Gesagt, getan: Vor der Mettener Fangemeinde spielten die Klosterinnen noch einmal eine Zwei-Tore-Führung zum 16:14 heraus. Obwohl nahezu in Bestbesetzung begannen die SSG-Damen vor allem kräftemäßig nachzulassen.
Der Treffer von Alexandra Behnke zum 22:24 machte noch Mut, dann aber brachen die Gastgeberinnen nach und nach ein. Zuerst riss der Faden im Angriffsspiel durch allzu leichte Ballverluste, dann wurden offensichtliche Lücken im Defensivblock nicht mehr geschlossen. Der versierte Gegner Donau/Paar, gerade abgestiegen aus der Landesliga, nutzte diese Fehler gnadenlos aus. Das von beiden Seiten fair geführte Match blieb dennoch spannend, da sich Metten gegen die drohende Niederlage aufzubäumen versuchte. Trainer Robert Kraus sichtlich wenig begeistert: „Im Grunde eine verdiente Niederlage, wenn auch um ein paar Tore zu hoch.“
So spielte die SSG:
Tor: Tanja Kraus, Finja Bielmeier;
Feld: Gäck, A.Blüml, Pauls, Werse, Köck, Behnke, Schreiner, Schmid, Hundshammer, Erl.
Die Tore warfen: Feld: Paula Gäck (2 Tore), Antonia Blüml (2), Lana Köck (1), Annalena Werse (1), Anna Hundshammer (2), Amelie Pauls (3), Alexandra Behnke (6 / davon 2 verwandelte 7-Meter-Strafwürfe), Anna-Maria Erl (5)
Das nächste Spiel: Samstag, 24. Oktober, 16 Uhr, Auswärtsspiel gegen den TSV Schleißheim.