Niederbayern-Derby: SSG-Torwartlegende macht den Mettener Handball-Kasten dicht
Gerhard Schütz überragend beim 23:21-Triumph über den TV Eggenfelden – Damen mit starker Leistung trotz Niederlage in Dachau – Herren II verlieren

LogoMit reduziertem Kader, ohne etatmäßige Keeper, aber mit SSG-Torwartlegende Gerhard Schütz im Kasten sicherten sich Mettens Oberliga-Herren beim Niederbayern-Derby auswärts gegen den TV Eggenfelden einen ungefährdeten 23:21-Sieg (Halbzeit 12:9). Die SSG-Damen hingegen unterlagen der starken Regionallliga-Reserve des ASV Dachau mit 26:21 (12:10). Nichts zu holen gab’s für das 2. Herren-Team bei der 23:16-Auswärtsniederlage gegen die HSG Bayerwald.

Momente größten Stress‘ für SSG-Chefansager Mane Schwab am Freitag vor dem Eggenfelden-Spiel: Nach dem Ausfall von Abwehrspezialist Jan Friedrich (Handbruch) der schul- bzw. studienbedingten Abwesenheit von Tormann Paul Zauner und Kreisläufer Julian Pylipp auch noch die Hiobsbotschaft aus Pilsen von Keeper Petr Foltyn: „Liege flach mit Grippe.“ Retter in der Not war Mettens Torwart-Legende Gerhard Schütz, der für ein Blitz-Comeback in Eggenfelden sofort bereitstand.

Schütz war es, der wie zu Landesligazeiten der SSG seinen Vorderleuten die nötige Sicherheit vermittelte. So stand es nach sechs Minuten bereits 3:0 für Metten nach Toren von Jonas Jirsa und zweimal David Huml. Knapp sechs Minuten später jedoch hatten die entschlossen angreifenden Gastgeber auf 4:4 gleichgezogen. In der 15. Spielminute dann Entsetzen auf Seiten der SSG: Der erneut stark aufspielende Jan Matoušik prallte beim Tempo-Gegenstoß mit einem Eggenfeldener Akteur zusammen und zog sich eine stark blutende Wunde im Gesicht zu. Retter in der Not war TV-Mannschaftsarzt Dr. Mehdi Pourmoghim, ein 82-jähriger Sportmediziner aus der Rottal-Metropole, der Mettens bis dahin erfolgreichsten Angreifer medizinisch so gut versorgte, dass der Böhme dem Tabellenachten noch zusätzliche fünf Buden einschenken konnte. Matoušik und die Mettener Mannschaftsführung dankte dem gebürtigen Iraner für seinen uneigennützigen Eingriff.

pourmoghimDas Derby blieb kampfbetont. Die beiderseits gut arbeitenden Abwehrformationen sollten weiterhin das Spielgeschehen bestimmen. Kurz vor der Halbzeit-Sirene markierte SSG-Außen Daniel Beyerstorfer das hochverdiente 12:9 für Metten. Trainer Schwab schärfte während des Pausentees vor allem seiner Defensivabteilung ein, gegen den starken Eggenfeldener Rückraum weiterhin die Reihen geschlossen zu halten.

Samariter im Derby: TV-Mannschaftsarzt Dr. Mehdi Pourmoghim, ein 82-jähriger Sportmediziner, versorgte die stark blutende Kopfwunde von SSG-Kanonier Jan Matoušik so perfekt, dass der Mettener Rückraumschütze noch weitere fünf Treffer erzielen konnte.

Und die Abwehr tat, wie ihr geheißen: Mit Jonas Jirsa, Patrik Sigl und Jan Matousik im Zentrum glich die SSG-Deckung wieder einmal einem nicht zu knackenden Bollwerk. Die mit Wiederanpfiff einsetzende Rückraum-Kanonade der Gastgeber verpuffte an der hochgewachsenen Mettener 6:0-Abwehrreihe. Was dennoch durchkam, war eine sichere Beute des bestens aufgelegten Keepers Gerhard Schütz, der obendrein drei 7-Meter-Strafwürfe entschärfen konnte. In der Offensive wurde weiter mit Geduld Chancen erspielt und der Vorsprung bis zur 55. Minute auf sechs Tore ausgebaut. Zum sicht- und hörbaren Ärger von Coach Mane Schwab konnte Eggenfelden in den verbleibenden fünf Minuten noch Ergebniskosmetik betreiben. Der Mettener Sieg aber blieb ungefährdet. Am kommenden Samstag erwarten die Schwab-Schützlinge den Landesliga-Absteiger ASV Dachau und hoffen gegen die Oberbayern auf den vierten Sieg in Folge.

Zum Spiel der SSG:

Der Kader: (Tor) Schütz; (Feld) Sigl, Matoušik, Režábek, Huml, Zisler, Klima, Beyerstorfer, Sedlmeier, Jirsa, Lehner und Elgeti.

Die Torschützen: Jan Matoušik (8Tore/ davon 1 verwandelter 7-Meter-Strafwurf), David Huml (7), Michael Zisler (1), Matthies Elgeti (5/1), Daniel Bayerstorfer (1), Jonas Jirsa (1).

Nächstes Spiel: Samstag, 01.Februar 2020, 17 Uhr, AusHeimspiel gegen den ASV Dachau.

Spielbericht ...
 
Die Ansage von Trainer Sebastian Klima vor dem Spiel war eine ehrgezige: „Strengt Euch an. Die beiden Punkte nehmen wir mit nach Metten !“ Bis kurz vor der Halbzeitpause sahe es gegen die Regionalliga-Reserve des Dachau genau danach aus. Die Oberliga-Damen der SSG boten dem Tabellenzweiten in dessen Halle größtenteils souverän Paroli. Dabei lief Mettens Angreiferin Alexandra Venus zu Hochform auf und erzielte in der ersten Hälfte fünf ihrer insgesamt zehn Treffer.

Nach dem Seitenwechsel boten die Klosterinnen das selbe Bild und lieferten dem Landesliga-Absteiger ein ambitioniertes Kopf-an-Kopf-Rennen. Ein leiches Schwächeln der SSG zuerst in der Defensive brachte die Gastgeberinnen wieder nach vorne. Doch nun folgten Schwächephasen im Mettener Angriff. Zuwenig Spielfluss und mangelnder Spielwitz machten den Dachauerinnen das Verteidigen leicht. Dann ein Aufbäumen der Gäste ab der 45. Minute: Plötzlich stand es durch den Treffer von Alexandra Baumann nur noch 16:18 für den ASV. Metten blieb durch zwei weitere Treffer von Alexandra Venus zum 18:20 in Schlagweite, jetzt aber schwächelte die SSG erneut und die Oberbayerinnen zogen in den verbleibenden zehn Minuten auf den Endstand von 26:21 davon.

Trotz der Schwächephasen war das Trainer-Gespann Kerstin Scheichenzuber/ Sebastian Klima voll des Lobes für die gezeigte Leistung: „Wir haben heute Ehrgeiz im Spiel bewiesenund uns nicht aufgegeben. Ein Sieg wäre tatsächlich drin gewesen,“ so Coach Scheichenzuber. Am kommenden Samstag erwarten ihre Schützlinge um 19 Uhr den Tabellenvierten HSG Schwabkirchen aus Oberbayern.

Die weiteren Ergebnisse: Herren, Bezirksklasse Ost: HSG Bayerwald – SSG II 23:16 (13:8);

Jugend: A-Juniorinnen, bezirksübergreifende Oberliga (ÜBOL): SV Wackersdorf – SSG 28:10; C-Junioren (ÜBOL): SSG – TSV Neutraubling 32:30; C-Juniorinnwen bezirksübergreifende Bezirksliga (ÜBL): ETSV 09 Landshut – SSG 23:21; D-Junioren, Bezirksliga Ostbayern, Punktspielturnier in Deggendorf: HC Deggendorf - SSG 15:21; SSG – ATSV Kelheim 27:13.